Bearbeitungsgebühren für Flugtickets von ACAPA Reisen ab 1. Januar 2005

 

 

A. Vorwort

 

Bei den folgenden Zeilen geht es nur um reine Flugtickets, oder sonstigen Einzelreiseleistungen (Buchungen von Hotels, Mietwagen etc.), nicht aber um Pauschalreiseangebote von z.B. Kuoni, Hotelplan, Tui Suisse oder Eigenproduktikonen von ACAPA. Bei grossen Offerten für Pauschalreisen werden wir auch eine Gebühr für Offerten verlangen (siehe unten: Beratungsgebühr pro Stunde) jedoch wird diese Gebühr bei einer festen Buchung einer Pauschalreise am Gesamtreisepreis angerechnet. Eine kurze telefonische Auskunft für Flugtickets oder Pauschalreisen geben wir nach wie vor gratis, jedoch ohne schriftliche Angaben, und ohne definitive Preisgarantien, Verfügbarkeitsangaben und detaillierte Konditionen.

 

 

B. Übersicht und Ausgangslage

 

Nachdem die Swiss International Air Lines und damit die meisten europäischen und amerikanischen Airlines die Kommission an die Reisebüros ab dem 1. Januar 2005 in der Schweiz auf 0% Kommission kürzen, müssen die Reisebüros diesen Ausfall an Einnahmen mittels Gebühren kompensieren. Die Mischrechnung, bei der die teuren Tarife die günstigen Tarife „subventionierten“ gibt es nicht mehr. (Siehe in diesem Zusammenhang auch den Bericht von Ruedi Ellenberger „Wandel der Zeit – Beratungsgebühren im Reisebüro“ publiziert im Internet www.acapa.ch unter Rubrik „Aktuell“, oder verlangen Sie den Bericht bei Ruedi Ellenberger.) Die Airlines werden die Tarife deswegen nicht senken, im Endeffekt gibt es also eine „kalte“ Flugtariferhöhung der Fluggesellschaften im Schnitt von 7% bis 10%.

 

Grundsätzlich gibt es verschiedene Modelle, diese Gebühren (englisch = fee) der Reisebüros zu berechnen und einzukassieren (Vorteile und Nachteile für ACAPA):

 

  1. Management Fee: auf jeder Rechnung wird z.B. 10% aufaddiert und dem Kunden zusätzlich in Rechnung gestellt. Vorteil: einfach und unkompliziert. Nachteil: tiefe Flugtarife und günstige Rechnungen mit viel Aufwand würden bei ACAPA bestellt, die grossen Rechnungen bei einem anderen Reisebüro mit einer anderen Berechnungsgrundlage oder im Internet.

 

  1. Segment Fee: pro Flug-Segment (z.B. ZRH-FRA-NYC-FRA-ZRH = 4 Segmente, bei zwei Personen = 8 Segmente) wird eine „Flat-Fee“, z.B. Sfr 50.- berechnet. Vorteil: einfach und unkompliziert. Nachteil: aufwändige Flugtarife und teure Rechnungen mit wenig Segmenten würden bei ACAPA bestellt, einfache Buchungen mit vielen Segmenten bei einem anderen Reisebüro mit einer anderen Berechnungsgrundlage oder im Internet.

 

  1. Beratungsgebühr pro Stunde: Jeder Auftrag wird nach Aufwand verrechnet. Vorteil: Der effektive Aufwand wird dem Kunden in Rechnung gestellt, keine teuren „Leerläufe“ für ACAPA. Nachteil: „gewöhnungsbedürftig“ in der Reisebranche. Rechtfertigung des Stundenhonorars gegenüber dem Kunden wenn man lange für eine gute und kundenfreundliche Flugvariante suchen musste. Verhältnis billiger Flugtarif v.v. Gebühren (Flughafentaxen, Administrativgebühr, Airline und IATA-Lizenz Gebühr, Stundenlohn) wird Diskussionen mit Kunden geben.

 

 

C. Entscheid ACAPA

 

Nach internen Evaluationen hat sich ACAPA Reisen Schinznach-Dorf für die Variante drei, Beratungsgebühr pro Stunde entschieden. Wir sind uns bewusst, dass wir mit diesem Entscheid einige Kunden verlieren werden, ev. sogar den einen oder anderen Geschäftsreisenkunden. Das Verhältnis billiger Flugtarif v.v. Gebühr wird ev. einige Kunden am Anfang „blenden“, wir denken jedoch, dass diese Kunden früher oder später „zurück kommen“ werden – alles hat seinen Preis. Mit dieser Variante werden wir für unsere gebotenen Dienstleistungen und das vermittelte Wissen nicht „ausgenützt“, d.h. auch wenn wir für teure oder günstige Varianten angefragt werden, auch für solche bei der keine Buchung daraus entsteht, werden wir unsere Leistung in Rechnung stellen.

 

Wir werden folgende Gebühren pro Auftrag anwenden:

 

1.     Administrativgebühr: Sfr 40.-

     Eine Gebühr pro Rechnung

2.  Airline und IATA-Lizenz Gebühr: Sfr 40.-

     Eine Gebühr pro ausgestelltem Ticket pro Passagier

3.     Beratungsgebühr pro Stunde Sfr 80.-

     Pro Auftrag, unabhängig der Anzahl Tickets und Passagiere. Beratungsgebühr wird prozentual im Stundenansatz berechnet

 

„Fragen kostet nichts, oder?“ – Jein, eine kurze telefonische Auskunft geben wir nach wie vor gratis, jedoch ohne schriftliche Angaben. Sobald wir schriftliche Angaben oder eine Offerte unterbreiten, wird die Beratungsgebühr (Punkt 3) verrechnet - auch wenn daraus keine Buchung entsteht! Bei persönlichen Besuchen in unserem Büro ist die Bedürfnisabklärung gratis, nicht jedoch die Beratung und die schriftliche Offerte (Punkt 3). Erst bei einer definitiven Buchung kommt bei Rechnungsstellung zusätzlich Punkt 1 und 2 zur Anwendung.

 

 

D. Erklärungen und Definitionen

 

a)    Administrativgebühr: Sfr 40.-. Dieser Betrag (Auftragspauschale) beinhaltet die Infrastruktur-, und weitere Administrativkosten, wie auch die obligatorische Kundengeldversicherung des Garantiefonds, unabhängig zum Aufwand der effektiven Beratung. Es werden einmal pro Rechnung Sfr 40.- berechnet. Die Administrativgebühr wird nur verrechnet, wenn ein Buchungsabschluss erfolgt. Mit der Administrativgebühr können wir noch keine Mitarbeiterlöhne bezahlen.

 

b)    Airline und IATA-Lizenz Gebühr: Sfr 40.-. Damit werden Kosten bezahlt, die bis anhin Teil der Kommissionsabgeltung der Airlines an die Reisebüros (im Auftrage und als Agenten der IATA-Airlines) waren für: Buchung der Flüge, Reservationssystems- und Ticketprinterkosten, Ticketausstellung, Umbuchungen, Stornierungen, Rückerstattungen, Reklamationen im Auftrage des Kunden mit der Airline, Inkasso und Abrechnung der Tickets mit der IATA, Lizenzgebühren der IATA, Bankgarantien für IATA Lizenz. Es wird pro ausgestelltes Ticket und pro Passagier je eine Gebühr von Sfr 40.- berechnet. Diese wird nur verrechnet, wenn ein Buchungsabschluss erfolgt. Mit dieser Gebühr bezahlen wir (bzw. Sie als Kunde) die Arbeit die wir als Reisebüro in Zukunft gratis für die Airlines machen (müssen!). Mit der Airline und IATA-Lizenz Gebühr können wir noch keine Mitarbeiterlöhne bezahlen.

 

c)     Beratungsgebühr pro Stunde Sfr 80.-. Es wird der effektive Stundenaufwand verrechnet, unabhängig ob eine Buchung zu Stande kommt oder nicht. Es ist selbstverständlich ein Unterschied ob die Lehrlinge beraten oder die „alten Füchse“, dieser Umstand wird bei der Rechnungsstellung berücksichtigt. Falls die Buchung in einem Pauschalarrangement „endet“, bei dem ACAPA Kommissionen vom Touroperator erhält, entfällt einen Teil der Gebühr, ebenfalls wenn ACAPA bei gewissen Airlines oder Tarifen in Zukunft noch eine Kommission von der Airline erhält. Mit dieser Gebühr für die Beratung können wir die Mitarbeiterlöhne bezahlen.

 

Weitere separate Gebühren von ACAPA für Buchungen von Hotels, Mietwagen, Schiffsfähren etc. entfallen damit, ausgenommen sind Kosten und Gebühren die von den Leistungsträger dem Kunden via ACAPA belastet werden oder die effektive Kosten für das Organisieren eines Visums etc.

 

Beispiel Kundenrechnung (Flug für 2 Personen):

 

Preis Economy Klasse Tarif Sfr 274.-

 SFr.  274.00

 x

2

 SFr.    548.00

Flughafen Taxen Sfr 61.-

 SFr.   61.00

 x

2

 SFr.    122.00

Nach Ticketausstellung Rückerstattungsspesen 100%

 

 

 

 

Umbuchung erlaubt gegen Gebühr von Sfr 100.-

 

 

 

 

(gleiche Tarif Art muss verfügbar sein, sonst Bezahlung Differenz zu neuem Tarif)

 

 

 

 

 

 

Administrativgebühr: Sfr 40.- (eine Gebühr pro Rechnung)

 SFr.   40.00

 x

1

 SFr.      40.00

 

 

 

 

Airline und IATA-Lizenz Gebühr: Sfr 40.-

 SFr.   40.00

 x

2

 SFr.      80.00

Beratungsgebühr pro Stunde Sfr 80.-

 SFr.   80.00

 x

0.75

 SFr.      60.00

 

 

 

E. Schlussbemerkung

 

Die Kosten für mehrere Flugtickets über eine gewisse Zeit für mehrere Personen gerechnet werden wegen diesen neuen Gebühren nur bedingt höher – eventuell sogar günstiger. Die „kalte“ Tariferhöhung, weil die Airlines durch die Abschaffung der Kommissionszahlungen die Tarife nicht senken, sieht auf den ersten Blick ungerecht aus, man muss jedoch bedenken, dass in den letzten paar Jahren der Durchschnittspreis für ein Flugticket um mehr als 30% gefallen ist (in Europa sogar bis 70%!), dadurch relativiert sich auch die „kalte“ Tariferhöhung. Die „Aktionitis“ der Airlines mit den supergünstigen Tarifangeboten wird in Zukunft nicht abnehmen, eher im Gegenteil noch verstärkt werden.

 

 

Stand November 2004 - Änderungen bleiben vorbehalten     (Ref. EL9041)